Achtsamkeit

Achtsamkeit kommt ursprünglich aus der fernöstlichen Lehre des Buddhismus und bedeutet das Leben bewusst und in diesem Moment wahrzunehmen.

Achtsamkeit ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus gerückt und wird in der westlichen Welt heute auf die unterschiedlichsten Arten praktiziert. Eine der Hauptformen der praktischen Anwendung sind verschiedene Formen der Meditation, dazu gehört die klassische Atem Meditation, also im Stillen sitzen, die Geh-Meditation oder auch jeden Moment und jede Tätigkeit ganz bewusst wahrzunehmen und sich nur auf diese zu konzentrieren. Also im Hier und Jetzt zu sein.

Durch diese starke Trend-Entwicklung ist die Achtsamkeit auch immer mehr in den Fokus der Kindererziehung gerückt. Durch Achtsamkeit soll die Zeit mit den Kindern intensiver genutzt werden und auch Kinder selbst können sich bereits darin üben.

Doch Achtsamkeit sollte nicht einfach nur als Trend betrachtet werden, da ihre Wirksamkeit mittlerweile sogar wissenschaftlich belegt wurde. Zur Meditation, die letztendlich der Ursprung der Achtsamkeit ist, wurde mittlerweile viel geforscht und unterschiedlichste Experimente durchgeführt. So konnte unter anderem herausgefunden werden, dass durch Achtsamkeitsübungen Stress reduziert wird, sich Emotionen regeln lassen, die Konzentration gesteigert wird und Erkrankungen wie Demenz und Alzheimer soll mit einem achtsamen Leben präventiv begegnet werden.

Erste größere Bekanntheit erlangte die Achtsamkeitslehre durch den buddhistischen Mönch Thich Nhat Hanh der durch seine Bücher und Vorträge das Thema Achtsamkeit in der westlichen Welt in den Fokus rückte.

Erfinder der modernen Achtsamkeitspraxis, wie wir sie in der westlichen Welt kennen, ist der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn. Kabat-Zinn forschte viel zu der Interaktion zwischen Körper und Geist insbesondere in Bezug auf die Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen und Stress. Aus diesen Forschungen heraus entwickelte er Ende der 1970er Jahre das sogenannte MBSR Achtsamkeitstraing, das wörtlich Mindfulness-Based Stress Reduction und in deutsch so viel wie Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion bedeutet.

Im Gegensatz zur klassischen buddhistischen Meditation, kommt MBSR ohne Religion aus und macht den Zugang für Menschen, ohne einen solchen Hintergrund, den Zugang leichter. Diese Form des Achtsamkeitstraining wird mittlerweile weltweit in verschiedenen Kliniken angewandt und ist damit Teil neuer verhaltenstherapeutischer Verfahren.

In der Kindererziehung kann Achtsamkeit auf verschiedenste Arten angewandt werden. Dazu gehört einmal dem Kind die volle Aufmerksamkeit zu schenken, wenn gemeinsame Zeit gebracht wird. Aber auch Kinder selbst können mit Achtsamkeitstraining in Kontakt gebracht werden.

Durch die digitale Welt und den vielen Informationen und Reizen der Sinne, die bereits täglich hundertfach auf Kinder einprasseln, werden diese oft unausgeglichen. Es fällt ihnen schwer abzuschalten oder auch einzuschlafen. Aus diesem Grund wurden mittlerweile spezielle Achtsamkeitstraining für Kinder entwickelt. Beim Testen dieser Strategien konnten bereits Erfolge erzielt werden, wonach die Kinder sich schneller beruhigen konnten.

So lernen schon Kinder in diesen Programmen, wie sie sich für eine kurze Zeit auf ihren Atem und ihren Körper konzentrieren können. Sie lernen so ihre Gedanken und Gefühle zu beobachten und so letztendlich überlegter zu handeln.