Ferber-Methode

Die Ferber-Methode ist nach seinem Erfinder Richard Ferber benannt und ist ein Schlaftraining, dass Schlafprobleme bei Kindern lösen soll.

In den 1970er Jahren wurde dieses Schlaftraining von dem Neurologen und Kinderarzt Richard Ferber entwickelt, mit welcher er eine Revolution auslöste. Seine Methode galt damals als sanft, da es in den USA üblich war, die Kinder einfach schreiend in ihrem Bett liegen zu lassen, bis sie irgendwann damit aufhören und einschlafen. Die Ferber-Methode schwächte diesen Prozess ab. Die Methode fand auch deshalb so großen Anklang, weil sie laut Aussage von Richard Ferber, Kinder früh zu einer Selbständigkeit erziehen sollte.

Nach Auffassung von Richard Ferber und den Anhängern seiner Methode, „leiden“ Kinder also unter Einschlafstörungen, die durch diesen Prozess behoben werden sollen. Schreien und nicht einschlafen können, wurde damit als ein Fehler eingestuft, der ganz leicht behoben werden kann.

Die Ferber-Methode ist ein klar geregelter Einschlaf-Prozess, der jeden Abend wiederholt wird. Das Kind sollte dafür mindestens 6 Monate alt sein. Der wichtigste und erste Schritt ist es, geregelte Essens- und Schlafzeiten für das Kind festzulegen, die bereits eine Einschlaf-Hilfe sein sollen.

Die letzten Minuten vor dem Einschlafen sollten dann intensiv mit dem Kind verbracht werden, am besten bei einem Ritual, dass sich allabendlich wiederholt. Danach wird das Kind ins Bett gelegt und die Eltern verabschieden sich.

Da diese Situation für das Kind neu ist, fängt es wahrscheinlich an zu schreien. Die Eltern reagieren nicht sofort auf das Schreien und gehen zu ihrem Säugling, sondern warten ein paar Minuten. Für die Zeit des Wartens gibt es einen klaren Zeitplan und für den Beginn wird gerne eine Zeit von drei Minuten gewählt. Nach dieser Zeit gehen die Eltern dann zu ihrem Kind und bleiben ein bis zwei Minuten bei ihm. In der Zeit darf mit fester Stimme mit dem Kind gesprochen und es darf auch gestreichelt werden. Es sollte aber nicht hochgenommen werden. Danach wird das Schlafzimmer wieder verlassen.

Oft reagiert das Kind bei der Anwesenheit mit noch mehr Schreien. In diesem Fall wird empfohlen nur für wenige Augenblicke im Zimmer zu bleiben. Danach beginnt das Spiel von vorne. Allerdings werden die Zeitabstände jetzt erhöht, von beispielsweise drei auf fünf Minuten und danach sieben Minuten. Dieser Abstand wird dann beibehalten, bis der Säugling eingeschlafen ist. Von Tag zu Tag wird die „Wartezeit“ dann erhöht und kann auf bis zu zehn Minuten hochgehen. Auf diese Art soll das Kind, das Schreien nach und nach verlernen.

Heute hat die Ferber Methode viele Kritiker, die sagen dass durch dieses Schlaftraining dem Kind langfristiger und anhaltender Schaden zugefügt wird. Die Hauptkritik lautet, dass Kinder aus einem bestimmten Grund schreien. Sie teilen ihre Bedürfnisse mit. Reagieren die Eltern nicht darauf wird das Bezugsverhältnis dauerhaft gestört. Das Kind hat Angst vor Verlusten und das Urvertrauen bekommt Risse. Eine Folge davon kann sein, dass das Kind in Zukunft versucht noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Eine weiterer Kritikpunkt lautet, dass das Kind auf diese Weise nicht das Schreien verlernt und so sein Verhalten ändert, sondern vielmehr resigniert und letztendlich aufgibt.