Wochenbett

  • Puerperium (lat.)
  • Postpartalphase

Als Wochenbett wird die Phase nach der Entbindung bezeichnet, in der sich die Eltern und das Neugeborene kennenlernen und der Übergang in den neuen Alltag erfolgt. Diese Phase dauert ungefähr acht Wochen.

Für die Mutter sollte das Wochenbett auch eine Zeit der Erholung sein. Die Hormone werden umgestellt, die Gebärmutterwunde und mögliche Geburtsverletzungen heilen. Außerdem bilden sich die körperlichen Veränderungen der Schwangerschaft wieder zurück. Durch diese Vielzahl an Veränderungen ist es wichtig, sich zu schonen. In den ersten Tagen kann auch der so genannte Baby Blues auftauchen.

Das Wochenbett bedeutet jedoch nicht nur für die Eltern eine Phase der Umstellung. Auch für das Baby ist in diesem Moment alles neu. Sein Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit ist groß. Daher ist das Wochenbett auch die Zeit, in der sich die Eltern mit ihrer ganzen Aufmerksamkeit ihrem Baby widmen und es besser kennenlernen sollen. Mit dieser Fürsorge hat das Neugeborene einen optimalen Start in die ihm noch unbekannte Welt. Die Eltern lernen den Rhythmus des Babys kennen. Wissen, wann es gestillt oder gewickelt werden muss. Sie lernen, wann es schläft und wann es wach ist. So entsteht ein komplett neuer Alltag.

Auch wenn es für viele in der heutigen Zeit ungewöhnlich scheint, ist es von Vorteil, in diesem Zeitraum nicht einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Es ist eine Auszeit nach der oft anstrengenden Geburt. Das kann auch eine tolle Gelegenheit für den Partner oder die Partnerin der Mutter sein. Gemeinsam lernt man das Baby kennen und kann sich gegenseitig unterstützen.

Häufig wird empfohlen, diese Zeit hauptsächlich im Bett zu verbringen. In dieser geborgenen Umgebung sollte viel Haut-zu-Haut Kontakt mit dem Neugeborenen hergestellt werden, um eine starke Bindung aufzubauen. Die Mutter kann diese Zeit nutzen, um selber Schlaf nachzuholen und ihre Batterien wieder aufzuladen. Am einfachsten ist es, in den Momenten zu schlafen, wenn auch das Baby schläft.

In dieser Zeit können die Eltern auch Rituale entwickeln, die sie dann in den normalen Alltag nach dem Wochenbett übernehmen. Das kann eine Babymassage sein oder das Baden des Neugeborenen.

Wichtig ist währenddessen, alle anderen Dinge hintenanzustellen und sich voll und ganz auf die Wochenbett-Phase einzulassen. Wenn möglich, können auch Freunde oder Familienmitglieder in die alltäglichen Erledigungen mit einbezogen werden. Ansonsten ist es sinnvoll, sich hier abzuwechseln.

In der Zeit nach der Schwangerschaft steht der jungen Familie auch die Hebamme zur Seite. Sie gibt Tipps und Hilfestellungen. Außerdem versorgt sie den Nabel des Babys und mögliche Geburtsverletzungen bei der Mutter.